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Äthiopische Delegation

Äthiopien

Termin: 22.10.-18.12.2020

Im Rahmen des BMWi-Managerfortbildungsprogramm gab es in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie einen rein virtuellen Geschäftsanbahnungsprozess. Die Manager und Angestellte aus Äthiopien wurden virtuell auf Deutschland vorbereitet und nahmen an virtuellen Trainings und Meetings teil. Eine Abschlusswoche steht unter aller Voraussicht nach auf der Agenda im Herbst 2021.

Teilnehmerübersicht

Es wurden 15 internationale Führungskräfte aus dem mittleren und höheren Management von der IHK Akademie betreut. Dabei stand das Programm ganz unter dem Motto "How to do business with Germany".

Danke

...an die uns unterstützenden Unternehmen und Institutionen dieser Gruppe: AHK Kenia, Dinzler AG, Alois Dallmayr KG, Baywa AG, Rapunzel Naturkost GmbH, Import Promotion Desk, Bird & Bird LLP, Stiftung Menschen für Menschen, Plastic2beans GbR. Danke für ihre tollen Vorträge und Unternehmenseinblicke!

Ein virtueller Besuch beim Import Promotion Desk

Äthiopische Unternehmer erhalten Unterstützung beim Markteintritt

Die Gruppe äthiopischer Manager startete im Oktober ihre Fortbildung im Rahmen des Virtuellen Managerfortbildungsprogramms. Die Unternehmerinnen und Unternehmer kamen aus verschiedenen Wirtschaftszweigen, viele jedoch aus der Kaffee- und Ölsaatenbranche. Online-Trainings standen ebenso auf dem Programm wie Einblicke in Kaffeeröstereien und hinter die Kulissen ökologischer Lebensmittelproduzenten.

Da unter den Teilnehmern großes Interesse an einem Markteintritt in Deutschland und der EU herrscht, stieß der digitale Besuch beim Bonner Import Promotion Desk (IPD) auf besonders hohe Resonanz. Das IPD berät ausländische Unternehmen beim Markteintritt – unabhängig und kostengünstig. Ziel ist eine nachhaltige und strukturierte Importförderung bestimmter Produkte aus ausgewählten Partnerländern unter Einhaltung hoher Qualitäts-, Sozial- und Umweltstandards. Die MP-Teilnehmer hörten erfreut, dass eines der Partnerländer Äthiopien ist.

Nachdem Tabea Mack vom IPD detailliert die angebotenen Leistungen und die Einstiegsbedingungen auf den europäischen Lebensmittelmarkt dargestellt hatte, wurden Unterstützungsmöglichkeiten der Teilnehmer besprochen: So haben die Äthiopier die Möglichkeit, an IPD die Profildaten ihrer Unternehmen zu übermitteln, die dann geprüft werden. Anschließend können die Herausforderungen des Markteintritts gemeinsam besprochen werden. Durch diese Beratungs- und Capacity-Building-Angebote werden die Anforderungen des EU-Marktes für die Unternehmen klarer und es können entsprechende Anpassungen vorgenommen werden. Erst danach erfolgt eine Vernetzung mit europäischen Importeuren. Besonders aktiv ist das IPD in Äthiopien im Bereich Lebensmittel, eine Datenbank zu Kaffee-Unternehmen existiere jedoch noch nicht, erklärte Tabea Mack: „Es ist gut möglich, dass es diese zukünftig geben wird. Kontakte wie diese über das Managerfortbildungsprogramm helfen uns, unsere Leistungen für Äthiopien weiter auszubauen und zu optimieren.“

In einer sich anschließenden Diskussion tauschten sich die Manager mit Tabea Mack über Chancen und Risiken für den Import äthiopischer Produkte aus. Zudem wurden Preispolitik und Distributionskanäle besprochen: Wie kommen die Produktpreise zustande? Wie können faire Preise erzielt werden für die Lebensmittelhersteller in Äthiopien? Hierbei ging es auch um Zertifizierungen und Label wie das Bio-Siegel oder das Fairtrade-Siegel. Die Frage, wie man kostendeckend und dennoch konkurrenzfähig gegenüber globalen Mitbewerbern produzieren könne, trieb die Gruppe ebenfalls um. „Für Länder wie Äthiopien, die noch nicht so weit entwickelt sind, ist es wichtig, sich über Unternehmen wie IPD zu informieren, die Transaktionen und Geschäftsprozesse erleichtern. IPD schließt die Lücke, wo Unternehmen ihre Käufer auswählen und zu erfolgreichen und langfristigen Ergebnissen zwischen ihnen führen“, sagte MP-Teilnehmerin Dagmawi Hailegiorgis, Deputy Factory Manager der Firma Beza Mar Agro-Industry.

Zum Abschluss wurden Trends und Entwicklungen aufgezeigt, die den Teilnehmern eine gute Basis für ihre mittelfristige Eintrittsstrategie in den europäischen Markt vermittelten. Tabea Mack betonte: „Gerade bei Lebensmitteln gewinnen ethische Aspekte wie faire Lieferketten zunehmend an Bedeutung – insbesondere biologische Lebensmittel werden immer wichtiger. Hier ergeben sich vor allem für die kleineren Unternehmen der äthiopischen Teilnehmer eine gute Chance, sich von den großen Konkurrenten abzusetzen.“ Alle Teilnehmer hoffen nun, bald nach Deutschland kommen zu können, um noch mehr Hands-on-Einblicke in die deutsche Wirtschaft zu erhalten und mögliche Kooperationspartner zu treffen.

Der Artikel ist im aktuellen GIZ Journal erschienen.

Ich berate Sie gerne

Katharina Bömers

Projektmanagerin

Katharina Bömers

Sandra Dirnberger

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Sandra Dirnberger

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